Rückblick auf unser User Event 2026

UserEvent2026

Ein äusserst interessanter und kurzweiliger Vormittag bot zahlreiche eindrucksvolle Beispiele dafür, welche zentrale Rolle detailgenaue Bildgebung in modernen Forschungsprojekten spielt. Der diesjährige User Event 2026 des Nano Imaging Labs gewährte Nutzer:innen und Interessierten aus verschiedenen Departementen und Institutionen einen vielfältigen Einblick in Projekte, zu denen das Nano Imaging Lab mit seinem fünfköpfigen Team und seiner Infrastruktur beigetragen hat.

Nach einer kurzen Einführung durch den Leiter des Nano Imaging Labs, Dr. Marcus Wyss, präsentierten Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen kurz und knapp ihre Projekte und zeigten auf, wie Bildgebung im Nano- und Mikrometerbereich ihre Arbeit unterstützt. Die thematische Bandbreite dabei war beeindruckend:

Aus dem Department Physik der Universität Basel stellte Katharina Kress die Anwendung der Scanning-SQUID-Mikroskopie zur Untersuchung zweidimensionaler magnetischer Materialien vor. Das NI Lab ist hierbei insbesondere an der Herstellung der sogenannten SQUID-on-lever-Systeme mithilfe der fokussierten Ionentechnologie beteiligt, welche diese hochsensitiven Messungen kleinster Magnetfelder überhaupt erst ermöglichen.

Auch für das Departement Chemie spielt das NI Lab eine wichtige Rolle bei der Herstellung zentraler Komponenten: Fabian Zundel präsentierte einen Mikrofluidik-Chip, mit dem sich die Dynamik einzelner Proteine in Echtzeit untersuchen lässt. An dessen Herstellung sind sowohl das Nano Imaging Lab als auch das Nano Fabrication Lab beteiligt.

Ein Beitrag aus den Umweltwissenschaften von Dr. Franz Conen widmete sich atmosphärischen Partikeln, die als Kristallisationskeime für Eis fungieren und eine zentrale Rolle bei der Niederschlagsbildung spielen. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen ermöglichten es, eine Vielzahl solcher Partikel zu identifizieren, an denen Eisbildung bereits bei Temperaturen zwischen −5 und −10 °C stattfindet.

Auch im Bereich der angewandten Medizin gab es spannende Einblicke: Isabelle Imhof vom Universitären Zentrum für Zahnmedizin Basel präsentierte ihre Arbeiten zur Entwicklung synthetischer Materialien für Knochenersatz bei Zahnimplantaten und zeigte, wie Bildgebung zur strukturellen Charakterisierung beiträgt. Lukas Beckert vom Biozentrum der Universität Basel stellte künstliche Nanoporen auf Basis von DNA-Origami vor, die natürlichen Kernporenkomplexen nachempfunden sind. Detailreiche elektronenmikroskopische Aufnahmen erlauben hier die Überprüfung von Integration und Funktionalität. Ebenso spielen hochauflösende transmissionselektronenmikroskopische Bilder eine entscheidende Rolle in der Erforschung von Augenkrankheiten, wie Dr. Abigail Moye (Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel) anhand vererbbarer Netzhauterkrankungen eindrücklich zeigte.

Die Präsentation von Boris Sevarika (Department Pharmazeutische Wissenschaften, Universität Basel) beleuchtete die Herstellung enzymbeladener Lipid-Nanopartikel zur Therapie von Erkrankungen, die auf Enzymdefiziten beruhen, und zeigte, wie sich deren Struktur und Funktion mittels Rasterelektronen- und Kryo-EM-Bildgebung analysieren lassen.

Die Entwicklung von Testplattformen auf Basis druckbarer Elektronik stand im Zentrum des Vortrags von Dr. Jakoba Heidler (CSEM SA, Allschwil). Auch hier leisten elektronenmikroskopische Analysen einen wichtigen Beitrag zur Qualitätskontrolle und Weiterentwicklung der Systeme.

Der User Event 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit und der Einsatz modernster Bildgebungstechnologien die Grenzen des Machbaren verschieben. Er unterstreicht eindrucksvoll die zentrale Rolle des Nano Imaging Labs als verbindende Plattform zwischen Disziplinen – und als Motor für innovative Forschung auf kleinster Skala.

Text und Bilder: C. Möller, SNI, 2026

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